Marco Ancora
Ich sammle getragene Fussballtrikots, seit ich ein Spiel nicht nur ansehen, sondern verstehen wollte. Beruflich arbeite ich in Marketing und Sales, privat interessiere ich mich für Branding und die Entwicklung des Fussballs. Ein Trikot erzählt eine Geschichte, und diese Geschichte ist der Grund, warum ich sammle.

Ein Shirt erzählt oftmals eine Geschichte. Die Geschichte ist das Interessante, nicht der Stoff oder das Material, das man vor sich hat.
Ein kleiner Club gegen die Grossen
Mein Vater stammt aus der Region Lecce und kam mit 17 in die Schweiz. Wenn wir als Kinder Fussball schauten, liefen die Spiele von Lecce. So entstand meine Passion für diesen Club. Es war das Gefühl von David gegen Goliath: ein Club, der immer als der kleine galt.
Mein erstes Spiel vor Ort war Lecce – Brescia im Jahr 2003, die letzte Saison von Roberto Baggio. Das Trikot von diesem Spiel habe ich in meiner Sammlung. Ich habe lange danach gesucht. Danach kam die Begeisterung für Fabrizio Miccoli, der Lecce im italienischen Fussball repräsentierte.
Der Weg zu getragenen Trikots
Mein erstes Trikot bekam ich mit knapp sieben Jahren: Raúl González. Meine Mutter stammt aus Madrid, mein Grossvater war ein grosser Real-Madrid-Fan. Dann folgte ein Trikot von Chevantón, das meine Begeisterung weiter verstärkte.
Das erste Stück meiner Sammlung war ein Trikot von Guillermo Giacomazzi aus der Saison 2011/12. Ich habe es bei einer Auktion gekauft. Da wurde mir klar, dass es einen Zugang zu getragenen Trikots gibt. So fing alles an.
Ich war ausserdem ein passionierter Football-Manager-Spieler. Mich interessierte schon immer der Hintergrund des Fussballs: Marketing, Finanzen, das Führen eines Clubs als Unternehmen. Gespielt habe ich selbst, aber ich wusste früh, dass mir das Talent für eine Karriere fehlt. Alles rundherum hat mich dafür umso mehr begeistert.
Offizieller Vertrieb für die Schweiz und Liechtenstein
Im Sommer 2012 war U.S. Lecce nach dem Zwangsabstieg in die dritte Liga gerutscht, und ein neuer Präsident hatte den Club übernommen. Der bisherige offizielle Store von Salentinamente wurde aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen, die Ware war nicht mehr erhältlich. Ich war damit nicht zufrieden und habe LecceStore.ch gegründet.
Die Lizenz für die Schweiz und Liechtenstein bekam ich kurz vor der Saison 2013/14, dann ging der Shop live. E-Commerce, Logistik, Einkauf, Import und Export habe ich komplett selbst aufgebaut. Als sich zeigte, dass das Konzept funktioniert, habe ich es zurückgegeben. Daraus entstand Leccestore.com, und das offizielle Merchandising von U.S. Lecce war endlich international online bestellbar.

Menschen hinter den Trikots
Als Fabrizio Miccoli wegen laufender Gerichtsverfahren in den Schlagzeilen stand, habe ich versucht, Kontakt aufzunehmen. Sein Vater rief mich an und übergab mir am Telefon Fabrizio. Für mich war das ein besonderer Moment: ein Spieler, den ich als Idol sehe, am Apparat.
Danach lernte ich Giovanni Fasano kennen. Er war beim Verein für das Material zuständig und hat später M908 mitgegründet. Mit ihm durfte ich ein schwarz-gelbes Trikot mitgestalten. Er gehört zu den wichtigsten Beziehungen, die durch die Sammlung entstanden sind.
An einer Veranstaltung von Operazione Nostalgia traf ich die Legenden von Lecce, darunter Chevantón, Marco Cassetti und Mirko Vučinić. Chevantón sagte mir zu seinem Trikot von Queens Park Rangers, wo er sechs Monate war: Das habe nicht einmal sein Vater, und der habe jedes Trikot von ihm. Solche Momente bleiben.











Stand 8. Oktober 2026. Die Bilder entstanden bei den genannten Anlässen. Quellen für heutige Rollen: Udinese · Genoa · Tottenham · Modena · Panathinaikos · U.S. Lecce
Trikots, die weiterwandern
Ich habe als Sammler vermutlich alle Fehler gemacht, die man machen kann, und bin auch schon betrogen worden. Daraus habe ich viel Erfahrung. Ich habe über Auktionen gekauft und mich viel mit anderen Sammlern ausgetauscht.
Über die Plattform CharityStars habe ich im Lauf der Jahre mehrere Dutzend Trikots weiterverkauft. Bei jedem Verkauf dort geht ein Teil des Erlöses an einen guten Zweck. Meine Spenden gingen an ein Waisenhaus in Norditalien. An eine Institution für Menschen mit Autismus in Lecce habe ich rund 50 Trikots und weiteres Material von Lecce, Miccoli und Chevantón geschenkt, um eine Freude zu machen.
Manche Trikots kaufe ich, um sie zu verschenken, etwa von Franco Baresi und Paul Pogba. Das Maradona-Trikot habe ich Miccoli geschenkt: dem Idol das Trikot seines Idols.
Marketing, Sales und Fussball
Ich arbeite im Marketing und Sales. Mit Ancora Marketing begleite ich Positionierung, Mandate und Partnerschaften und bringe die Richtigen zusammen. Ancora Football ist der Teil, der dem Fussball gehört. Anfragen beantworte ich unkompliziert, am einfachsten per E-Mail oder über LinkedIn.